MiR-Blog

Das Blog des schönsten Opernhauses im Revier

10) Das Temescher Banat

An dieser Stelle sollten ein paar Worte zum Ort der Handlung gesagt werden: das Temescher Banat. Diese unwirtliche, sumpfige Tiefebene liegt im Dreiländereck Ungarn, Serbien, Rumänien am Fluss Bega. Mittendrin die Festung Temeswar. Eine typische Grenzregion. 1718 kam das Banat nach 165jähriger osmanischer Herrschaft zu Österreich-Habsburg. Prinz Eugen von Savoyen gilt als der erfolgreiche Eroberer des Banat. Zuerst ist das Banat eine Kron- und Kammerdomäne, die direkt von Wien aus verwaltet wird. Später wird das Banat dem benachbarten Königreich Ungarn angegliedert, in dem die Habsburger König sind,  angegliedert, vermutlich weil das einfacher war. Die entvölkerte Gegend wird nun kolonisiert. Besondere Berühmtheit erlangen die Banater Schwaben, Bauernfamilien aus Südwestdeutschland, die gezielt angeworben und angesiedelt werden. Aber es kommen auch Serben, Bulgaren, Griechen, Osmanen. Genau so, wie am Beginn von „Der Zigeunerbaron“ beschrieben. Was das Banat nicht ist: eine typisch ungarische Gegend. Es leben hier vergleichsweise wenig Ungarn – und sehr wenige Roma.

Stephan Steinmetz

Stephan Steinmetz studierte Theaterwissenschaften mit Schwerpunkt Musiktheater an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Daran schlossen sich Hospitanzen an der Staatsoper Stuttgart, der Münchner Biennale für neues Musiktheater und den Salzburger Festspielen an. Von 1995 bis 2002 war er als Dramaturg für Oper, Ballett und Konzert am Ulmer Theater tätig und 2002 bis 2007 in derselben Funktion am Stadttheater Bern. In der Spielzeit 2007/2008 folgte ein Engagement an der Oper Leipzig und 2009 bis 2011 am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Zu den weiteren Aktivitäten zählt die Mitarbeit im Pressebüro der Bayreuther Festspiele 2009. Zuletzt war er 2011 bis 2014 Dramaturg für die Sparten Oper, Ballett und Konzert am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seit 2014 ist er Dramaturg am Musiktheater im Revier.

Weiter Beitrag

Antworten

© 2020 MiR-Blog

Thema von Anders Norén