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3 ) Viele Ungarn und ein Wiener

Die Kaiserstadt Wien bleibt zwei Akte lang ein ferner Sehnsuchtsort. Erst im dritten Akt erreichen die Personen der Handlung Wien, wo die Geschichte noch einem – allerdings nicht für alle – guten, geordneten und vor allem festlichen Ende entgegengeführt wird. Die meiste Zeit jedoch hält sich „Der Zigeunerbaron“ mit Ungarn in Ungarn auf – im sogenannten Temescher Banat, ganz am Rande des Reiches. Der einzige „Wiener“ ist der österreichische Beamte Conte Carnero, der die kaiserliche Staatsmacht in Gestalt der Sittenkomission vertritt – eine Rolle wie gemacht für einen Komiker. Conte Carnero hat denn auch vor allem die Aufgabe, sich lächerlich zu machen, denn hinter ihm steht nichts als eine Behörde. Die eigentliche Macht liegt dagegen beim (ungarischen) Grafen Homonay, der souverän erst im 2. Akt mit einem mitreißenden Werberlied in die Handlung tritt. Hinter Graf Homonay stehen die Husaren und 30 000 Mann Soldaten. Und ohne das Militär geht sowieso nichts in der Donaumonarchie.

Stephan Steinmetz

Stephan Steinmetz studierte Theaterwissenschaften mit Schwerpunkt Musiktheater an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Daran schlossen sich Hospitanzen an der Staatsoper Stuttgart, der Münchner Biennale für neues Musiktheater und den Salzburger Festspielen an. Von 1995 bis 2002 war er als Dramaturg für Oper, Ballett und Konzert am Ulmer Theater tätig und 2002 bis 2007 in derselben Funktion am Stadttheater Bern. In der Spielzeit 2007/2008 folgte ein Engagement an der Oper Leipzig und 2009 bis 2011 am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Zu den weiteren Aktivitäten zählt die Mitarbeit im Pressebüro der Bayreuther Festspiele 2009. Zuletzt war er 2011 bis 2014 Dramaturg für die Sparten Oper, Ballett und Konzert am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Seit 2014 ist er Dramaturg am Musiktheater im Revier.

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